der Douro
Die Wiege des Portweins liegt entlang des Rio Douro und seiner Nebenflüsse
im Nordosten Portugals. Der in Spanien entspringende Strom (span.: Duero)
durchfließt Portugal von Osten nach Westen und mündet bei Porto
in den Atlantik.

Demarkierung
Gebiet
Klima
Kataster
Benefício und Punktesystem
Die Demarkierung
Nachdem man 1756 beschloß, das Gebiet für die "schiffbaren"
Weine abzugrenzen und ein Kataster
anzulegen
(Geschichte - Companhia und Marquês
de Pombal), wurden in den Jahren 1758 bis 1761 - unter der Ägide
des Marquês de Pombal - erstmals genaue Karten erstellt und Grenzsteine
gesetzt, um die Demarkierung auch physisch sichtbar zu machen. Diese Maßnahme
- in der Weinwelt bis dahin einmalig - war äußerst erfolgreich:
Der Ruf besserte sich, die Preise und Exporte stiegen.
Nach dem Rücktritt des Pombal (1777) wurde die erst kurz zuvor
geschaffene Reglementierung zunehmend aufgeweicht. Die Demarkierung wurde,
infolge der wachsenden Nachfrage immer weiter ausgeweitet - die Qualität
der neuen Lagen jedoch unzureichend beachtet. So hatte sich bereits 1801
das abgegrenzte Gebiet in etwa verdoppelt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts
wurde die Situation zunehmend chaotischer (Auflösung der Companhia
usw.). Die Überproduktion an Portwein wurde erst durch die großen
Epedemien - insbesondere die Reblaus, die 1868 erstmals am Douro auftrat
- gesenkt.
Um den Namen Porto endgültig handelsrechtlich zu schützen,
definierte João Franco die Região Demarcada (Abgegerenztes
Gebiet) 1907 neu. Ein Jahr später wurde sie noch einmal überarbeitet
und verkleinert. Die letzten Korrekturen erfolgten dann 1921 - In dieser
Version ist die Demarkierung bis heute gültig. Sie umfaßt ein
Gebiet von rund 250.000 Hektar, von denen weniger als 15% mit Reben bepflanzt
sind.
Die Gemeinden, die innerhalb des demarkierten Gebietes liegen, sind
einzeln verzeichnet und gehören zu den Distrikten Vila Real, Bragança,
Viseu und Guarda.

Das Gebiet

Offiziell wird das Anbaugebiet in drei Regionen eingeteilt:
Baixo Corgo, unteres Corgo, ist die kleinste Region. Sie beschreibt
die Umgebung des Rio Corgo und der Stadt Peso da Régua. Auf rund
einem Drittel des Gebietes wird Wein angebaut, so daß sich dort knapp
die Hälfte aller Weinberge des Douro befindet. Die Weine sind leichter
und werden von vielen Herstellern für jung zu trinkende Ports (einfache
Tawnys usw.) verwendet.
Cima Corgo, oberes Corgo, ist gut doppelt so groß wie
das Baixo Corgo. Im Herzen der Region liegt das Städtchen Pinhão
an der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Douro. Weniger als
15% der Fläche ist mit Reben bestockt, was einen Anteil von rund zwei
Fünfteln an der Gesamtrebfläche ausmacht. Die erzeugten Weine
gelten als das Nonplusultra der Douro-Region und bilden eine wesentliche
Grundlage (fast) aller namhaften Vintage Ports. Die Namen der Quintas entlang
des Douro - Malvedos (Graham's), Roêda (Croft), Bomfim (Silva &
Cosens/Dow's), La Rosa usw. - oder auch im Pinhão Tal - Santo António
(Fonseca), Noval, Terra Feita (Taylor's) usw. - lesen sich wie ein Who
is who des Portweins.
Douro Superior, oberster oder äußerster Douro, ist
die größte der Regionen. Sie breitet sich östlich von S.
João da Pesqueira bis zur spanischen Grenze aus. Infolge der stromaufwärts
immer ungünstigeren Bedingungen ist nicht einmal ein Zwanzigstel der
Fläche mit Wein bepflanzt. Doch auch hier wachsen einige der ganz
großen Portweine: Güter wie die Quinta da Ervamoira (Ramos-Pinto)
am Rio Côa oder die berühmten Quinta das Vargellas (Taylor's)
und Quinta de Vesúvio (Symington-Gruppe) am Ufer des Douro liegen
in dieser Region.

Das Klima
Von Porto den Douro flußaufwärts erheben sich rund 30 Kilometer
vor Peso da Regua zwei mächtige Gebirge: Nördlich des Stroms
die Serra do Marão (1.415 m) und südlich die Serra de Montemuro
(1.382 m). Sie schützen das Douro-Gebiet vor kühlen atlantischen
Winden und auch viel Feuchtigkeit regnet sich dort ab.
Es herrscht somit ein relativ trockenes Klima bei höheren Temperaturen.
Den Douro weiter flußaufwärts folgend, nehmen die Niederschläge
immer weiter ab (1.000-400 mm/Jahr), während die Temperaturen in umgekehrten
Maße zunehmen. Ähnliches gilt auch bei zunehmender Entfernung
vom Douro wenn man den Nebentälern aufwärts folgt.

Der Kataster
Für das 1921 neu abgegrenzte Anbaugebiet wurde in den Jahren 1937-45
ein Kataster angelegt. Die 84.000 Grundstücke der 30.000 eingetragenen
Winzer wurden von Prüfungsteams - bestehend aus einem Agronomen, einem
leitenden Landwirt, einem Weinstockklassifizierer und einem Zähler
- nach und nach erfaßt. Folgende Angaben wurden dabei erhoben:
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-
|
Lage des Weinbergs (Kreis, Gemeinde, Ort) |
| - |
Name und Adresse des Besitzers, Pächters oder Partners |
| - |
der vormalige Besitzer |
| - |
Grenzen |
| - |
Hänge und Wasserläufe |
| - |
Bodenbeschaffenheit |
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Neigung des Geländes |
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Höhe |
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-
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Abstand der Rebstöcke, Höhe des Spaliers, Pergolen |
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-
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bestockte Fläche, mit Angabe der für zukünftige Anpflanzungen
freigehaltenen Flächen |
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Zustand des Weinbergs |
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-
|
Anbauaspekte des Geländes |
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Zwischenanbau |
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-
|
Bewohnungszustand |
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angebaute Reben |
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vorherrschende Sorten |
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-
|
Prozentsatz des Ausfalls |
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-
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weitere Angaben |
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Quelle: Instituto do Vinho do Porto (IVP)

Der Benefício und das Punktesystem
Der Begriff Benefício bezeichnet einerseits das Avinieren
- also das Stoppen der Gärung durch Zugabe von Weindestillat - und
zum anderen die vom Portweininstitut (Instituto do Vinho do Porto - IVP)
festgelegte Menge, die zu Portwein ausgebaut werden darf. Alljährlich
legt das IVP, in Abhängigkeit der Marktsituation, der vorhandenden
Lagerbestände und der Zukunftsperspektiven, die Weinmenge fest, der
der Benefício zugesprochen wird. So gibt es Jahre, in denen
weit weniger als die Hälfte der gesamten Weinernte des Douro Portwein
wird, aber auch Jahre (wie 1998) in denen, bei geringer Erntemenge, der
Anteil bei mehr als 80% liegt.
Die Verteilung dieser festgelegten Menge an die einzelnen Weingüter
wird von der Casa do Douro in Régua vorgenommen. Um diese nach möglichst
qualitativen Gesichtspunkten durchführen zu können, wurde 1947/48
auf der Grundlage des Katasters ein Punktesystem
eingerichtet. Danach wird anhand von zwölf Kriterien für jeden
Weinberg ein Punktwert errechnet. Dieser ordnet jeden Besitz einer
von sechs, mit den Buchstaben A bis F bezeichneten, Klassen zu, die dann
den Anteil am Benefício bestimmt.
Die Kriterien der Punktewertung sind in Reihenfolge ihrer Gewichtung:
Höhe
Der für das Klima wichtigen Höhenlage des Weinbergs werden zwischen
150 Pluspunkte (150 m) und 900 Minuspunkte (über 650 m) zugeordnet.
Produktivität
Alle 5 Jahre wird die Produktion des Weinbergs neu bewertet. Die Bewertung
liegt dabei zwischen plus 120 Punkten - für Weinberge mit einer Produktion
von weniger als 600 Liter je 1.000 Rebstöcke - und minus 900
Punkten bei mehr als 1.800 Litern.
Boden
Zwischen 100 Plus- und 600 Minuspunkte werden für die Bodenbeschaffenheit
vergeben. Reiner Schieferboden erhält dabei die höchste Bewertung,
die bei zunehmenden Granit sinkt und bei fruchtbaren Böden am niedrigsten
ist.
Lage
Zur Bewertung der Lage ist das Gebiet in fünf Sektionen - diese dann
in eine Reihe von Sektoren - aufgeteilt. Die Bewertungen steigen den Douro
flußaufwärts an, bis sich ein mediterranes Klima durchsetzt.
In der fünften, östlichsten Sektion liegen die Punktzahlen dann
wieder etwas niedriger. Insgensamt reicht die Spanne von fünfzig Minus-
bis sechshundert Pluspunkten.
Reberziehung
Der Reberziehung werden zwischen fünfhundert Minuspunkten - bei Anbau
in Lauben - und einhundert Pluspunkten - bei Erziehung in niedrigen Kecken
- beigemessen.
Rebsorten
Die im Kataster verzeichneten Reben werden mit -300 bis +150 Punkten bewertet.
Neigung
Den günstigeren Bedingungen am Hang - wie intensivere Sonneneinstrahlung
und unfruchtbarer Boden - folgend, werden in der Ebene einhundert Punkte
abgezogen und für eine steile Lage bis zu einhundert Punkte addiert.
Exposition
Der Einfluß der Exposition wird im Verhältnis zur Sektion (s.a.
Lage)
betrachtet. Von -30 Punkten, für eine Nordlage in der ersten, westlichsten
Sektion bis zu 100 Pluspunkten bei eine Südlage in der vierten, zweitöstlichsten
Sektion, reicht die Bewertung.
Abstand der Rebstöcke
Von einem optimalen Bestand von 5.700 bis 6.900 Rebstöcken pro Hektar
ausgehend, werden Weinbergen, die oberhalb dieses Bereichs liegen fünfzig
Punkte abgezogen und Weinbergen, mit weniger als 5.700 Stöcken fünfzig
Punkte hinzugerechnet.
Steinigkeit des Bodens
Sehr steinige Böden werden mit bis zu 80 Punkten bewertet. Wenig bzw.
überhaupt nicht steinige Böden erhalten keine Punkte.
Alter der Rebstöcke
Das Alter der Reben wird wie folgt bewertet: Keine Punkte für Stöcke,
die jünger als fünf Jahre sind, 30 Punkte für Reben, die
zwischen fünf und fünfundzwanzig Jahre alt sind und 70 Punkte
für alle älteren.
Schutz
Ein - speziell vor kalten Winden - sehr geschützter Weinberg erhält
60 Punkte, ein geschützter 30 und ein wenig oder überhaupt nicht
geschützter keine Punkte.
Tabelle der Punktekriterien
| Kriterium |
Anforderung (min/max)
|
min. Punkte
|
max. Punkte
|
P.-Spanne
|
% (ca.)
|
|
|
|
|
|
|
| Höhe (m) |
>650 / <150
|
-900
|
150
|
1050
|
20,6
|
| Produktivität (l/1000 Rebstöcke) |
>1800 / <600
|
-900
|
120
|
1020
|
20,0
|
| Boden |
fruchtbar / Granit / Schiefer
|
-600
|
100
|
700
|
13,7
|
| Lage |
nach Sektionen und Sektoren
|
-50
|
600
|
650
|
12,7
|
| Rebenerziehung |
Lauben / Kecken
|
-500
|
100
|
600
|
11,8
|
| Rebsorte |
nach Katastereintrag
|
-300
|
150
|
450
|
8,8
|
| Neigung |
eben / steil
|
-100
|
100
|
200
|
3,9
|
| Exposition |
differenziert nach Sektionen
|
-30
|
100
|
130
|
2,5
|
| Abstand (Rebstöcke/ha) |
>6.900 / <5.700
|
-50
|
50
|
100
|
1,9
|
| Steinigkeit |
wenig / sehr
|
0
|
80
|
80
|
1,6
|
| Alter (Jahre) |
<5 / 5-25 / >25
|
0
|
70
|
70
|
1,3
|
| Schutz |
wenig / sehr
|
0
|
60
|
60
|
1,2
|
|
|
|
|
|
|
| Summen |
|
-3430
|
1680
|
5110
|
100,0
|
|
|
|
|
|
|
Quelle: Instituto do Vinho do Porto (IVP)
Aufgrund des nach obenstehenden Kriterien errechneten Punktewertes
wird jede Besitzung einer Klasse zugeordnet, nach der letztendlich der
Anteil am Benefício bestimmt wird. Die Klassen sind wie folgt
aufgeteilt:
| Klasse A |
> 1.200 Punkte
|
| Klasse B |
1.001 - 1.200 Punkte
|
| Klasse C |
801 - 1.000 Punkte
|
| Klasse D |
601 - 800 Punkte
|
| Klasse E |
401 - 600 Punkte
|
| Klasse F |
201 - 400 Punkte
|

© 1999-2005 Karsten Kubin, webmaster@portwine.de